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¿que bola hacere?

...das heisst soviel wie "was gehtn, alter?" im strassenslang cubas - oder zumindest havannas...

meine lieben, den folgenden text habe ich letzte woche irgendwann mal geschrieben (ich erinnere mich hier null an wochentage und die zugehoerigen aktivitaeten!)...ich hoffe, es klingt alles nicht zu negativ, denn das ist es bei weitem nicht! es haengt halt immer von der jeweiligen tageform ab, nisch wahr? also blogge ich erst mal das und schreib nachher vielleicht noch was dazu! muchos besitos! sina

irgendwie glaube ich es noch nicht so richtig, aber ich benutze doch tatsaechlich nach fast fuenf wochen hier zum ersten mal meinen blog! mal sehen, ob dann, nachdem ich alles geschriebene schicken moechte, alles abstuerzen oder einfach nicht gespeichert wird, einfach aus dem grunde des timeouts. man kann sich eigentlich echt nicht vorstellen, WIE langsam das internet hier ist! ungelogen 20min fuer eine einfache startseite! die myblog-seite hat heute uebrigens gewonnen, weil sie sich nach nur 15min geoeffnert hat und gmx immer noch bei der haelfte haengt, nach der gleichen zeit! ja, schoenen nachmittag aus la habana wuensch ich, es ist dreiviertel vier, die hitze knallt natuerlich ueberall rein, so auch ins lehrerzimmer des deutschdepartamantos, wo ich gerade sitze, wahrscheinlich die letzte im haus bin und mich etwas gaga im kopf fuehle, weil ich heute bei einem test geholfen habe, der daraus bestand, ueber 20-mal den gleichen text zu lesen, und zwar laaaangsam und deutlich! es handelte sich um ein interview mit einem klimaforscher, der ein modell zum golfstrom entwickelt hat und damit janz dolle forschung betreibt - ganz schlimmer text, kein bisschen spannend. ich habe mich heute sowieso ein bisschen gewundert, warum die prueflinge im 5. studienjahr (dem letzten) so verhaeltnismaessig schlecht sind, denn die kleinen aus dem curso preparatorio (dem deutschstudium vorgelagert) gehen nach 10 monaten intensivstem deutschunterricht sowas von ab, dass ich nur noch mit den ohren schlackern konnte, als ich den ersten wochentest mitgemacht habe. ja, und so geht es eigentlich meistens hier in der flex (facultad de lenguas extranjeras) in den letzten wochen. es gibt nur noch ganz wenig unterricht, die tage bestehen eigentlich aus tests, pruebas, und in meinen ersten tagen hier hatte ich nur damit zu tun, irgendwelche jahresarbeiten zu kontrollieren, welche jedes studienjahr am ende schreiben muss. ganze zweimal habe ich schon unterrichtet und es ist soo schade, dass das semster jetzt bald aufhoert und es nicht mehr viele moeglichkeiten zum unterrichten vor den sommerferien gibt. allerdings hat der besagte curso preparatorio noch bis mitte juli unterricht und ich habe hoffnung, dass ich da noch mit reindarf. dieses etwas schlechte timing meiner ankunft wird noch unterstuetzt durch die mentalitaet hier vor ort. also, die meisten wissen ja, dass ich nich grade der gestressteste typ mensch bin und nix dagegen habe, wenn mal was nich so schnell geht - aber das hier is der hammer. "mañana, mañana", heisst hier alles, morgen, morgen - es sei denn, du drehst dich selber - musst dann aber immer noch ordentlich geduld haben. und das geht einem dann irgendwann wirklich ein bisschen auf den zeiger. die hitze erschwert dies noch zusaetzlich und so ist man staendig am kaempfen mit sich, dass man aus dem bett kommt, dass man im spanischunterricht nich einpennt, dass man sich noch mal aufrappelt am nachmittag, um in der laermenden, stinkenden, stressigen stadt noch einige besorgungen zu machen. und auch, wenn das jetzt alles ganz schlimm und negativ klingt - ich mag das irgendwie. es ist halt havanna, es ist wie mit vielen grossstaedten - sie sind weder schoen noch haesslich, sie nerven wie sau, sind aber trotzdem denn irgendwann die umgebung, in der du dich tagtaeglich bewegst. was richtig nervig ist in den strassen, sind die typen. die zischen und schmatzen und kriegen in gebrochenem englisch grad mal "hey lady", "come here", "you need a boyfriend?" oder halt in spanisch "linda!" (schoene!) oder saemtliche denkbare variationen und kombinationen mit den erwaehnten lauten zustande. das soll das krasse gegenteil zu einer angabe oder sowas sein - denn es ist einfach nur nervend!!! und die machen das mit jeder halbwegs europaeischen frau so und haben das auch selber nicht irgendwann satt! unglaublich. langsam schnauze ich sie schon auf spanisch an, wenns mir zu bunt wird oder wir verarschen sie mit null sprachkenntnissen oder gar gebaerdensprache. aber auch, wenn das leben hier anstrengend ist, ohne dass man viel auf die reihe kriegt vor lauter behinderungen, gehts mir ziemlich gut hier. ich werde dann zum beispiel nach hause in mein casa laufen, auf dem weg vielleicht eine, zwei mangos kaufen, da ich hoffnungslos in diese fruechte verliebt bin, und bekomme dann bei meiner lieben gastmutti sandra leckeres essen. nach etwas gewoehnungszeit ist es einfach ziemlich schmackhaft - reis mit bohnen, potaje, also eine art bohnensuppe, manchmal pommes - mehrere beilagen, bis zu drei, sind einfach mal normal - manchmal gebackene bananen - hmmm! - schweine- oder meistens huehnerfleisch, manchmal aber auch fisch. sehr gewoehnungsbeduerftig ist, dass sie hier den grossteil des gemueses kochen und das dann als "ensalada" auf den tisch stellen. einmal konnte ich mich schon durchsetzen, dass die moehren roh serviert werden, was war das fuer ein zu-hause-geschmack! und ich hab im casa den ruf, pfeffersuechtig zu sein, weil ich den quasi immer aus der kueche hole, weil die tomaten einfach mal endlangweilig schmecken, wenn da nix drauf is. an gewuerzen mangelt es hier eh, aber das ist bekanntlicherweise bei weitem nicht die einzige sache, die hier rar ist. so richtig merken, wie ich mich hier eingeschraenkt habe, werde ich wohl erst, wenn ich wieder in deutschland sein werde. jedes taschentuch ist wertvoll wie nuescht, papier gibts nie auf den toiletten, man muss sich immer selber was mitbringen. die abflussrohre halten des weiteren auch die "wucht" des papiers nicht aus, sodass es immer einen muelleimer neben dem klo gibt. wasserausfaelle gab es in meinem casa bisher kaum, aber eigentlich gehoeren sie zur tagesordnung. stromausfaelle habe ich so zwei, drei mitbekommen, aber richtige waren das auch nicht, da geht angeblich noch viel mehr - oder eben weniger. irgendwie habe ich gerade angst, dass ich hier in der flex eingeschlossen werde, deswegen gebe ich die sache mit gmx auf und verlasse sowohl internet als auch gebaeude. ich hoffe auf bald, gruesse alle lieb und trink auf euch einen cafe cubano! chao chao, sine

4 Kommentare 28.2.05 17:13, kommentieren



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